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Atemorientierte Körperarbeit ist multimodales Lernen

„Atem ist Leben“ heißt es oft und das stimmt auch. „Atem ist Bewegung“ hört man selten, ist aber eine Realität. Wir kombinieren in der Atemorientierten Körperarbeit die Außen- und Innenbewegungen und nehmen dabei bewusst wahr, welche AUS-Wirkungen die jeweiligen Bewegungsangebote haben. Die speziellen Übungen führen wir sitzend, stehend oder gehend durch. Dabei kommt es jedoch nicht - wie oft üblich - auf Ausdauer, Quantität, Perfektion oder Tempo an. In der Atemorientierten Körperarbeit ist die Qualität entscheidend. Die Qualität der inneren Haltung, die Anwesenheit, die Sammlungsfähigkeit. Der hohe Grad an Präsenz, mit der die Bewegung ausgeführt wird, zeigt wohltuende Wirkung. 

Es ist unser Ziel, ganz bei der Sache zu sein – sprich: bei der jeweiligen Bewegung / der jeweiligen Körperregion und wir wenden uns dieser mit Aufmerksamkeit und Hingabe zu. Wir führen die Bewegung keineswegs mechanisch-routiniert, sondern mit großer Klarheit durch und beobachten uns währenddessen dabei. Das geschieht gelegentlich mit geschlossenen Augen, weil wir mehr Informationen aus unserer Innenwelt erlauschen, wenn wir den sogenannten Fern-Sinn, das Sehen, wegblenden. Wir sind ganz anwesend in der jeweiligen Bewegung, im jeweiligen Augenblick und sind dementsprechend in hohem Maße präsent!

Meist beginnen wir mit einer Körperseite zu arbeiten. Nach der Übung vergleichen wir die beiden Seiten, die bearbeitete und die andere. Wir nehmen Unterschiede wahr, lernen zu differenzieren. So entstehen relevante Informationen aus dem eigenen Körpersystem. In jedem Fall spüren wir am Ende der Übung nach. D.h. wir beobachten, ob sich etwas Neues zeigt und bemerken so auch, wie sich die Übung auf das körperliche Empfinden, die Stimmung, die Gedanken und den Atem ausgewirkt hat. 

„Tatsächliche Informationen sind Unterschiede, die einen Unterschied machen!“

Gregory Bateson

Wichtig ist dann noch der verbale Austausch über diese Wahrnehmung. Das ist ein sehr wertvoller Bestandteil in der Gruppenarbeit. Es wird von- und miteinander gelernt. Wenn alleine geübt/gearbeitet wird, ist es für den Lern-Erfolg besonders hilfreich, die eigenen Beobachtungen/Erkenntnisse selbst zu reflektieren und zu benennen. So geschieht multidimensionales, selbstwirksames Lernen und mit der Zeit wächst nicht nur ein neuer Wort-SCHATZ, sondern auch ein neues Körper-Gefühl und ein neuer Handlungs-REICHTUM aus dem eigenen Empfinden heraus. 

empfinden – erkennen – benennen

Die ATEMSCHULE.WIEN lädt zum sensomotorischen Lernen ein, indem sie die Propriozeption (Eigenwahrnehmung) und Empfindungsfähigkeit des Menschen als Basis nutzt und diese sukzessive erweitert. Dieser multimodale, lust- und sinnvolle Lernprozess folgt einem einfachen Muster:


empfinden

ganz im Hier und Jetzt anwesend – achtsam – präsent – gesammelt – aufmerksam – wach – neugierig – pures WAHR nehmen – ohne Bewertung – berühren - begreifen 

erkennen

das Empfundene / Gefundene - für WAHR nehmen, differenzieren, unterscheiden, Neues entdecken - Bewusstheit - Klarheit erlangen

benennen 

die WAHRnehmung in Worte kleiden: z.B. warm, kühl, steif, leicht, schwer, pulsierend – eventuell tauchen auch Gefühle, Bilder, Gedanken, Erinnerungen auf


Erst der Mensch, der erkennt, WAS er tut, kann tun, was er WILL! Das TUN umfasst neben der bewussten, aktiven Tätigkeit auch somatische, mentale und emotionale Vorgänge, die unbewusst – also nicht bewusst wahrgenommen – ablaufen. 

Dieser Atem- und Körperorientierte Erkenntnis-Vorgang ist die Grundlage für selbstbewusstes, selbstwirksames und freies Handeln. 
 

 
 
 
 
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